19:25 gegen Vaterstettens Reserve – auch in dieser Höhe verdient?

Wenn man diese Frage bei einem noch relativ kleinen 6-Tore-Unterschied im Handball stellen muss, wird auch dem Uninformiertesten klar, dass die Begegnung von Garchings zweiter Herrenmannschaft gegen den TSV Vaterstetten II eine knappe Kiste gewesen sein muss.

Der Halbzeitstand von 10:11 ist daher nur als Bestätigung zu sehen. Ärgerlich aus Sicht der Gastgeber: man ließ sich nach konzentrierter Anfangsphase und zwischenzeitlicher 4:1-Führung nach neun Minuten relativ schnell wieder ein- und leider sogar überholen. Da half es nichts, dass VfR-Keeper Sebastian Schönfeld alle 7m der Gäste aus Vaterstetten im ersten Durchgang parieren konnte, wenn man im Angriff mit seinen Chancen immer fahrlässiger umging.

Der Anfang der zweiten Spielhälfte war quasi das Spiegelbild der Anfangsphase der ersten 30 Minuten. Vaterstetten baute mit zwei schnellen Toren seine Führung aus und warf damit alles über den Haufen, was sich die Hausherren um Trainer Michael Schmidt vorgenommen hatten. Doch die VfR‘ler zeigten Moral, wo man sich vergangene Saison die Butter noch komplett vom Brot hatte nehmen lassen.

Und auch wenn die Garchinger mental erst später aus der Kabine gekommen zu sein schienen, wurde es den Gästen schnell auch wieder schwerer gemacht. Leider jedoch war man nun dazu verdammt, einem Rückstand hinterherzulaufen – gerade psychisch eine Belastungsprobe für Garchings Zweite.

Bis zur 50. Minute bewältigte man diese allerdings, wie dies nur wenige erwartet hätten und der Ausgleich war greifbar nahe. Doch die letzten zehn Minuten schien auf einen Schlag die Luft komplett raus zu sein. Der Angriff verlor, ob durch technische Fehler oder überhastete Abschlüsse, zu schnell den Ball und lud den angereisten TSV damit zum Kontern ein.

Der 19:25-Endstand wirkte angesichts der aufopferungsvollen Leistung der Garchinger doch etwas (zu) hoch – andererseits wurde man für seine oftmals fehlende Cleverness zum Spielende hin schlichtweg bestraft.

 

Dirk Peschl