VfR Garching II erk(r)ämpft sich zwei Punkte in Schwabing

 Die zweite Mannschaft des VfR Garching hat offenbar keine Probleme, sich auch am Wochenende früh aus dem Bett zu erheben. Allem Anschein nach brauchen sie dann allerdings einige Zeit, um auch wirklich in die Gänge zu kommen. Die erste Halbzeit auswärts beim MTSV Schwabing III stand dafür symptomatisch, denn die wurde somit komplett verpennt - ein kollektiver Wachschlaf sozusagen. Glücklicherweise aus Sicht von Garchings Reserve geizten beide Mannschaften enorm mit Toren. Es war bereits einige Zeit von der Uhr, bis überhaupt das erste Mal ein Tornetz zappelte, nach zwischenzeitlichen 10 Minuten stand es gerade einmal 2:2.

Man hätte meinen können, die Teams aus Garching und Schwabing hätten eine Abmachung getroffen, dem Publikum das handballerische Pendant zu dem müden Kick vom Vorabend zwischen England und Deutschland zu bieten.

Wenigstens wurden nicht zu viele Zuschauer damit gequält und es flog auch kein einziger Papierflieger durch die Halle, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass es Handball war und dabei dann doch hin und wieder Tore fallen. Bis zur Pause jedoch sehr zugunsten der Hausherren, die sich mit 9:5 eine komfortable Führung erspielt hatten.

VfR-Trainer und heute Teilzeit-Torwart Michael Schmidt war hörbar unzufrieden mit dem ersten Durchgang und hätte wohl am liebsten einen Kübel kaltes Wasser dabei gehabt, damit das Kopfwaschen nicht nur eine Metapher bleiben sollte.

Die zweite Halbzeit begannen die VfRler also mit (einigermaßen) trockenen Haaren, doch mit nicht weniger Fehlern als in den ersten 30 Spielminuten. Es sah so aus, also sollte die zweite halbe Stunde ein Ebenbild der ersten werden - und was die Toranzahl anbelangt, war sie das auch. Nur bei der Verteilung dieser hatten die Gäste nun deutlich mehr zu melden.

Der bis zum Pausentee sehr harmlose Rückraum aus Garching war nun zunehmend an Torerfolgen beteiligt. Insbesondere Konstantin Jakob ging nun da hin, wo es wirklich weh tat, und verdiente sich so den Titel als Dosenöffner für Garchings Offensive. Vor allem seinem Einsatz, wie auch dem Nicolas Nelkes im Kasten, ist es zu verdanken, dass aus einem 9:5 rasch ein 10:10 wurde.

Da jedoch die Gastgeber mit einer defensiven Umstellung ein Mittel gegen die Durchbrüche des Garchinger Halblinken fanden, wollte so etwas wie eine Torflut doch nicht aufkommen und Treffer blieben auch in der letzten Viertelstunde meist Mangelware.

Wenn sie allerdings fielen, dann durch den VfR-Mittelmann Andreas Bühler, der die verstärkte Deckung zu seiner Linken nutzte und sich aus dem Rückraum zum Topscorer des Spiels aufschwang.

Letztlich drehten die Gäste das Spiel zu einem 15:11-Auswärtserfolg, für den sich bei insgesamt 26 Toren ganze 15 Spieler (!) in die Torschützenliste eintrugen. Ein mühseliger, gar dreckiger Arbeitssieg für den VfR Garching II - aber es war eben doch Samstagmorgen.

 

Dirk Peschl